Die ZTV E-StB 17 verlangt für jede qualifizierte Bodenverdichtung in Baden-Württemberg einen gültigen Referenzwert. In Ulm, mit den kiesig-sandigen Donauschottern und den bindigen Böden der Albhochfläche, reicht eine einfache Schätzung nicht aus. Unser Labor führt den Proctor-Versuch nach DIN 18127 exakt durch – als einfachen Standardversuch oder mit modifizierter Energie für stark belastete Tragschichten. Der Versuch liefert die maximale Trockendichte und den optimalen Wassergehalt, die bei der späteren Sandkegel-Dichte als Bezugsgröße auf der Baustelle dienen. Gerade die wechselhaften Auenböden entlang der Blau und Iller reagieren extrem empfindlich auf Abweichungen vom optimalen Wassergehalt. Mit knapp 130.000 Einwohnern wächst Ulm stetig, und jeder Neubau – ob im Industriegebiet Donautal oder im Wohnungsbau am Eselsberg – braucht eine saubere Verdichtungskontrolle. Wir prüfen bindige, gemischtkörnige und grobkörnige Böden und erstellen den Proctor-Bericht innerhalb von drei Arbeitstagen.
Ein Proctor-Versuch ist kein Selbstzweck: Er definiert die Obergrenze dessen, was Ihr Boden unter definierter Energie überhaupt an Dichte leisten kann.
Standortspezifische Faktoren
Die Lage Ulms zwischen den Niederterrassen der Donau und dem Anstieg zur Hochfläche bringt extreme Bodenwechsel auf kurzer Distanz. In Flussnähe dominieren Grundwasserstände um 460 m ü. NN, was bindige Auenlehme oft in einen wassergesättigten Zustand versetzt. Hier ist der modifizierte Proctor-Versuch oft wenig aussagekräftig, wenn das Porenwasser beim Stampfen nicht entweichen kann. Wir empfehlen dann eine Voruntersuchung der Wasserdurchlässigkeit und eine realistische Einschätzung des erreichbaren Verdichtungsgrads. Umgekehrt können die kalkigen Kiessande der Albüberdeckung im trockenen Sommer so schnell ausdünsten, dass der optimale Wassergehalt auf der Baustelle ohne ständige Nachbefeuchtung nicht zu halten ist. Wer hier mit falschen Referenzwerten arbeitet, riskiert Setzungen im Zentimeterbereich – tödlich für jede starre Fahrbahndecke. Unser Bericht enthält daher immer einen Hinweis zum Einbauwassergehalt, abgestimmt auf die jahreszeitliche Witterung im Großraum Ulm.
Gängige Fragen
Welchen Proctor-Versuch brauche ich für eine Hofbefestigung in Ulm?
Bei Pkw-Verkehr und gelegentlichem Lkw-Verkehr reicht meist der einfache Proctor-Versuch als Referenz. Planen Sie jedoch Schwerlastverkehr oder eine Feuerwehrzufahrt mit 16 t Achslast, verlangt der Bodengutachter in Ulm fast immer die modifizierte Proctordichte. Wir klären den geforderten Verdichtungsgrad direkt mit Ihrem Planer.
Wie viel Material muss ich für einen Proctor-Versuch liefern?
Bringen Sie etwa 40 bis 60 kg repräsentatives Probenmaterial, luftdicht verpackt in Eimern oder Säcken. Bei grobkörnigen Böden mit Kies über 31,5 mm benötigen wir eher 80 kg, um die Absiebung und Überkornkorrektur normgerecht durchführen zu können.
Was kostet ein Proctor-Versuch in Ihrem Labor in Ulm?
Ein einfacher Proctor-Versuch liegt zwischen €90 und €130, der modifizierte zwischen €140 und €200 – abhängig vom Überkornanteil und dem Aufwand für die Probenaufbereitung. Bei mehr als fünf Proben derselben Baumaßnahme gewähren wir einen Staffelpreis.
Wie schnell kann ich mit dem Ergebnis rechnen?
Die Prüfung dauert inklusive Trocknung, Siebung und Auswertung zwei bis drei Werktage. In dringenden Fällen schaffen wir einen Vorabzug der Proctorkurve per E-Mail innerhalb von 24 Stunden, sofern das Material nicht zu lange trocknen muss.