Die Hochterrassenkante entlang der Donau und die Hänge ins Blautal prägen das Stadtbild von Ulm. Unter der Lösslehmdecke stehen hier oft Kalksteine des Oberjura an, die an steilen Böschungen zu Ausbrüchen neigen. Eine Böschungsstabilitätsanalyse wird dann erforderlich, wenn Wasser in die Klüfte eindringt und den Reibungswiderstand reduziert – ein Szenario, das bei Starkregen im Alb-Donau-Kreis schnell kritisch wird. Für Bauvorhaben oberhalb der Friedrichsau oder entlang der Blaubeurer Straße kombinieren wir die Standsicherheitsbewertung mit einem CPT-Versuch, um die Scherfestigkeit tiefenabhängig zu erfassen und versteckte Gleitflächen zu identifizieren, bevor die Aushubarbeiten beginnen.
Eine standsichere Böschung in Ulm erfordert mehr als eine rechnerische Sicherheit von 1,4 – sie braucht ein hydrogeologisches Verständnis der Malmkarst-Grundwasserleiter.
Standortspezifische Faktoren
Ein klassischer Fehler im Ulmer Baugrund ist die Annahme, dass die steifen Kalkmergel des Weißjura ohne weitere Prüfung standsicher sind. Werden jedoch die Tonsteinzwischenlagen beim Aushub freigelegt und beregnet, zerfallen sie binnen Stunden zu einer schmierigen Gleitschicht. Eine Böschungsstabilitätsanalyse ohne Berücksichtigung des Kluftwasser-drucks liefert dann einen Ausnutzungsgrad von 0,8, obwohl in der Realität bereits ein Grenzzustand vorliegt. Besonders tückisch sind Hangbereiche mit saisonalen Quellaustritten, die im Winter zu Eislinsenbildung führen. Ohne ingenieurgeologische Geländeaufnahme und laborative Bestimmung der Restscherfestigkeit bleibt der Nachweis der dauerhaften Standsicherheit unvollständig.
Gängige Fragen
Was kostet eine Böschungsstabilitätsanalyse in Ulm?
Die Kosten liegen je nach Umfang zwischen €1.060 und €3.350. Der Preis hängt von der Hanglänge, der Anzahl der erforderlichen Sondierungen und der Komplexität des Schichtmodells ab. Enthalten sind Baugrunderkundung, Laborversuche und der rechnerische Nachweis nach EC 7.
Welche Bodenkennwerte werden für die Standsicherheit benötigt?
Zwingend erforderlich sind die effektiven Scherparameter (Kohäsion c' und Reibungswinkel φ') sowie die Wichte des Bodens unter Auftrieb. Bei wechselnden Grundwasserständen muss zusätzlich die Durchlässigkeit (kf-Wert) für die Sickerlinienberechnung vorliegen.
Ab welcher Böschungshöhe ist ein rechnerischer Nachweis Pflicht?
Die DIN 4124 fordert bei Aushubtiefen über 5 Meter generell einen rechnerischen Nachweis. In Ulm kann aufgrund der heterogenen Weißjura-Verwitterung auch bei geringeren Höhen ein Nachweis erforderlich sein, sobald Trennflächengefüge oder Schichtquellen angetroffen werden.
Können Sie die Analyse auch bei laufenden Hangbewegungen durchführen?
Ja, wir instrumentieren den Hang zunächst mit Inklinometern, um das Bewegungstempo zu erfassen. Anschließend führen wir eine Rückrechnung durch, um die mobilisierten Scherparameter zu kalibrieren, bevor der definitive Sicherungsnachweis erstellt wird.