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Geotechnische Baugrubenüberwachung in Ulm: Sicherheit unter dem Münsterturm

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Mit einer Höhe von 478 Metern und den historischen Setzungsrissen am gotischen Münster weiß man in Ulm um die Sensibilität des Untergrunds. Die geotechnische Baugrubenüberwachung ist hier ein unverzichtbarer Baustein jeder Tiefbaumaßnahme. Besonders in der Innenstadt, wo Baugruben oft direkt an Bestandsbauten grenzen, entscheidet ein lückenloses Monitoring über die Vermeidung von Schäden. Unser Team begleitet Aushubarbeiten messtechnisch. Wir dokumentieren Verformungen an Trägerbohlwänden und Spundwänden. Die heterogene Beckenfüllung der Donau verlangt eine engmaschige Kontrolle. Bereits vor dem ersten Löffelstich installieren wir Inklinometer und geodätische Messpunkte. So lassen sich selbst kleinste Bewegungen im Kies- und Mergeluntergrund frühzeitig erkennen und die Standsicherheit der Nachbarbebauung bleibt gewahrt. Für die Planung des Verbaus kombinieren wir die Messdaten oft mit einem detaillierten CPT-Versuch zur Ermittlung der Lagerungsdichte.

In Ulm überwachen wir nicht nur die Baugrube selbst, sondern vor allem das direkte Umfeld – denn hier steht die Nachbarbebauung oft nur wenige Meter vom Verbau entfernt.

Ablauf und Umfang

Der Ulmer Untergrund ist geprägt von quartären Donauschottern über tertiärer Oberer Süßwassermolasse. Diese Wechsellagerung aus Kiesen, Sanden und steifen Mergeln reagiert sehr unterschiedlich auf Spannungsänderungen. Die geotechnische Baugrubenüberwachung muss hier spezifische Grenzwerte für Verformungen und Porenwasserdrücke definieren. Wir setzen auf automatisierte Messsysteme mit Datenfernübertragung, um den Baufortschritt nicht zu behindern. Vibrationsmessungen schützen empfindliche Bauwerke wie das Ulmer Münster vor Erschütterungen. Bei tieferen Baugruben im Stadtgebiet wird oft eine Rückverankerung nötig. Die Prüfung der Ankerkräfte ist dann Teil des Monitorings. Bei beengten Platzverhältnissen, etwa in der Fischer- und Gerberviertel, kommt der Böschungsstabilität eine zentrale Rolle zu, um ein Abrutschen des Baugrubenrandes zu verhindern.
Geotechnische Baugrubenüberwachung in Ulm: Sicherheit unter dem Münsterturm
Technisches Referenzbild — Ulm

Standortspezifische Faktoren

Die DIN 4123 für Ausschachtungen und Gründungen sowie die DIN 1054 als zentrale Norm für Baugrundsicherheit bilden in Ulm den Rahmen. Die Stadt ist als Erdbebenzone 1 eingestuft, die Gefährdung ist gering, aber die hohe Sensitivität der historischen Bausubstanz erfordert dennoch eine konservative Grenzwertsetzung. Das größte Risiko bei der geotechnischen Baugrubenüberwachung ist nicht der plötzliche Kollaps, sondern das schleichende Verformen. Ein unentdeckter Spannungsabbau im donauseitigen Kies kann zu asymmetrischer Belastung der Verbauwand führen. Besonders tückisch sind versteckte Hohlräume im Molasseverwitterungshorizont. Werden diese nicht frühzeitig durch Verformungsmonitoring identifiziert, drohen massive Setzungsschäden an angrenzenden Gebäuden. Ein lückenhaftes Monitoring ist hier fahrlässig, da die Schadenssummen im Ulmer Altstadtbereich schnell existenzbedrohend werden können.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Messintervall Aushubphasetäglich bis 2x täglich
Inklinometer-Genauigkeit± 0.1 mm/m
Ankerkraftmessung (Kurzzeit)hydraulische Druckkissen
ErschütterungsmessungDIN 4150-3, Schwinggeschwindigkeit
Setzungsbolzen-Raster5-10 m an Bestandsbauten
Alarmierung bei ÜberschreitungSMS / E-Mail in Echtzeit

Verwandte Dienstleistungen

01

Verformungs- und Setzungsmonitoring

Präzise Überwachung der Verbauwand mittels Inklinometern und geodätischer 3D-Messung an Bestandsgebäuden im Einflussbereich der Baugrube.

02

Kraft- und Spannungsmessung

Kontrolle der Ankerkräfte und Steifenbelastung mit hydraulischen Druckkissen und Dehnmessstreifen zur Sicherung des Verbaus.

03

Dynamisches Erschütterungsmonitoring

Beweissicherung und kontinuierliche Messung der Schwinggeschwindigkeiten nach DIN 4150-3 zum Schutz des Ulmer Münsters und angrenzender Denkmäler.

Maßgebliche Normen

DIN 4123:2013-04 (Ausschachtungen, Gründungen, Unterfangungen), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise), DIN 4150-3:2016-12 (Erschütterungen im Bauwesen)

Gängige Fragen

Wann ist eine geotechnische Baugrubenüberwachung in Ulm vorgeschrieben?

Nach DIN 4123 und der bauaufsichtlichen Einführung der DIN 1054 ist ein Monitoring immer dann erforderlich, wenn die Baugrube tiefer als 5 Meter ist oder wenn der Verbau die Standsicherheit von Nachbargebäuden beeinflussen kann. In der Ulmer Altstadt mit ihrer dichten Bebauung ist dies fast immer der Fall.

Wie lange muss die Baugrube in Ulm überwacht werden?

Die geotechnische Baugrubenüberwachung beginnt mit der Nullmessung vor dem Aushub und endet erst, wenn die Messwerte nach Abschluss der Rohbauarbeiten und der Hinterfüllung einen stabilen Trend zeigen. In der Regel dauert dies von der ersten Bohrung bis einige Wochen nach Erreichen der Endtiefe.

Welche Bodenverhältnisse erschweren die Überwachung in Ulm?

Die Wechsellagerung von Donauschotter und der Oberen Süßwassermolasse ist anspruchsvoll. Der Kies ist sehr durchlässig, der darunterliegende Mergel kann bei Wasserzutritt aufweichen. Diese Kontraste erfordern ein Messkonzept, das sowohl Porenwasserdruck als auch differentielle Setzungen präzise erfasst.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Ulm und Umgebung.

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