Zwischen der Ulmer Altstadt auf tertiären Ablagerungen und den Neubaugebieten im Donautal auf quartären Schottern liegen Welten – nicht nur städtebaulich, sondern vor allem geotechnisch. Während man am Münsterplatz oft schon wenige Meter unter Gelände auf die Obere Süßwassermolasse trifft, stehen im Wiley-Areal oder entlang der B10 mächtige Kiespakete an, deren Durchlässigkeit das Versickerungspotenzial und die Auftriebssicherheit maßgeblich steuern. Genau hier setzt der Felddurchlässigkeitsversuch an: Mit Lefranc-Tests in Lockergesteinen und Lugeon-Tests im klüftigen Fels liefern wir die kf-Werte, die für jede Wasserhaltung oder Versickerungsanlage in Ulm entscheidend sind. Unsere mobile Ausrüstung erlaubt Einsätze direkt am Bohrpunkt, ob im Industriegebiet Donautal oder auf beengten innerstädtischen Baufeldern – ein Vorteil, den wir mit der Korngrößenanalyse kombinieren, um die Sieblinie als ergänzenden Kennwert für die Filterstabilität heranzuziehen.
In den Donauschottern Ulms schwankt der kf-Wert auf kurzer Distanz um bis zu zwei Größenordnungen – punktuelle Feldversuche sind hier alternativlos.
Standortspezifische Faktoren
Ein Fehler, den wir bei Bauvorhaben in Ulm immer wieder erleben: Planer übernehmen kf-Werte aus der Literatur oder aus regionalen Karten, ohne die lokale Heterogenität der Donauschotter zu prüfen. Die Folge können unterdimensionierte Versickerungsmulden sein, die nach Starkregen überlaufen, oder zu knapp bemessene Restwasserhaltungen, die den Aushub fluten. Besonders kritisch wird es in Hanglagen Richtung Michelsberg oder Safranberg, wo Schichtwasser auf Molassestauern auflagert und die Durchlässigkeit im Kontaktbereich sprunghaft wechselt. Ein falsch angesetzter kf-Wert führt dort schnell zu Vernässungsschäden an Nachbarbebauungen – ein vermeidbares Risiko, wenn man frühzeitig Felddurchlässigkeitsversuche an den tatsächlichen Bohrpunkten durchführt.
Maßgebliche Normen
EN ISO 22282-2:2012 – Geotechnische Erkundung – Feldversuche, Teil 2: Versickerungsversuch im Bohrloch (Lefranc), EN ISO 22282-3:2012 – Geotechnische Erkundung – Feldversuche, Teil 3: Wasserdruckversuch im Fels (Lugeon), DWA-A 138 – Planung, Bau und Betrieb von Versickerungsanlagen, DIN 4094-1 – Baugrund – Felduntersuchungen, Ergänzende Regelungen
Gängige Fragen
Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Ulm?
Für einen Lefranc- oder Lugeon-Einzelversuch inklusive Ausrüstung, Durchführung und Protokoll liegen die Kosten je nach Tiefe und Aufwand zwischen €600 und €890. Mehrere Versuche in einer Kampagne reduzieren den Stückpreis durch gemeinsame Anfahrt und Rüstzeit.
Wann ist ein Lefranc- und wann ein Lugeon-Test sinnvoll?
Lefranc wenden wir in Lockergesteinen an – in Ulm also in Donauschottern, Kiesen und sandigen Auelehmen. Sobald der Untergrund aus klüftigem Fels besteht, etwa im Weißjura-Kalkstein der Alb oder in der verfestigten Molasse, kommt der Lugeon-Test mit Packer zum Einsatz, weil er die Gebirgsdurchlässigkeit inklusive Trennflächen erfasst.
Wie lange dauert ein Felddurchlässigkeitsversuch vor Ort?
Ein einzelner Lefranc-Versuch dauert nach Einbau und Sättigung etwa 30 bis 60 Minuten, abhängig von der Durchlässigkeit. Ein Lugeon-Test mit fünf Druckstufen benötigt rund 90 Minuten pro Prüfintervall. Die Ergebnisse liegen am selben Tag als Rohdaten vor, das vollständige Protokoll folgt innerhalb weniger Werktage.