Ein konischer Glastrichter, ein Metallzylinder mit Ventil und kalibrierter Einheits-Quarzsand – das ist die Grundausstattung, mit der wir auf Baustellen in Ulm anrücken. Wenn der Trichter auf der planen Prüffläche sitzt und das Ventil öffnet, fließt der Sand in wenigen Sekunden in das ausgehobene Prüfloch. Der Volumenersatz ist physikalisch simpel, aber die Genauigkeit entscheidet über den weiteren Bauablauf. In den quartären Schotterterrassen und Auelehmschichten entlang der Donau und Iller, auf denen Ulm mit seinen 128.000 Einwohnern steht, ist die Verdichtungskontrolle mit dem Sandkegelverfahren oft die direkteste Methode, um den Verdichtungsgrad DPr zu verifizieren. Gerade wenn im Donautal oder auf der Ulmer Höhe Tragschichten für Straßen oder Fundamente eingebaut werden, muss die Trockendichte des Bodens stimmen – sonst drohen spätere Setzungen. Wir kombinieren das Verfahren bei Bedarf mit einem Proctorversuch aus unserem Labor, um die erreichte relative Verdichtung sofort bewerten zu können.
Der Sandkegelversuch liefert in 20 Minuten einen gerichtsfesten Dichtewert – kein indirektes Messverfahren erreicht diese Kombination aus Einfachheit und Genauigkeit.
Ablauf und Umfang
Ich erinnere mich an eine Baugrube nahe der Wissenschaftsstadt, direkt am Eselsberg. Auf dem lehmig-sandigen Verwitterungshorizont des Weißjura wurde eine 40 cm starke Frostschutzschicht eingebaut. Der Walzenfahrer war überzeugt, er hätte genug Übergänge gemacht. Der erste Sandkegelversuch zeigte jedoch nur 94 % der geforderten Proctordichte. Ein zweiter Versuch fünf Meter weiter bestätigte den Wert. Ohne die Vor-Ort-Prüfung wäre die Asphalttragschicht auf unzureichend verdichtetem Unterbau gelandet. Das Verfahren liefert uns in 15 bis 20 Minuten einen belastbaren Dichtewert, den wir direkt auf der Baustelle mit der Bezugsdichte aus dem Labor abgleichen. Die Prüftiefe reicht für Schichtdicken von wenigen Zentimetern bis etwa 20 cm – ideal für den Erdplanumsnachweis.
Entscheidend ist die sorgfältige Entnahme des Bodenmaterials aus dem Prüfloch ohne Gefügestörung. Wir achten penibel auf den vollständigen Aushub, denn jedes verlorene Gramm Feinkorn verfälscht das Ergebnis. Bei grobkiesigen Böden, wie sie in den eiszeitlichen Schottern Ulms vorkommen, müssen wir das Prüfloch oft etwas erweitern, um einen repräsentativen Volumenersatz zu gewährleisten. Die Bestimmung des Wassergehalts erfolgt parallel im Schnellverfahren oder im Labor nach DIN 18121, um die Trockendichte exakt zu berechnen.
Maßgebliche Normen
DIN 18125-2:2020-11 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Dichte des Bodens – Teil 2: Feldversuche, DIN 18127:2012-09 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Proctorversuch, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau, DIN 18121 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Wassergehalt