Ulm wuchs nicht nur entlang der Donau, sondern auch kräftig die Hänge des Hochsträß hinauf. Die historische Altstadt mit dem gotischen Münster steht auf tertiären Ablagerungen, während die Neubaugebiete im Norden oft den Weißjura der Schwäbischen Alb anschneiden. Dieser geologische Kontrast auf engstem Raum verlangt nach einer Erkundung, die den Boden nicht nur anbohrt, sondern im Ganzen sichtbar macht. Genau das leistet die Schürfgrube. Anders als eine SPT-Bohrung liefert sie eine freigelegte Wand, an der unser Ingenieur Schichtgrenzen, Klüfte und Auffüllungen direkt ansprechen kann. In Ulm ist das entscheidend, weil unter dem Lösslehm oft verwitterter Kalkfels ansteht, dessen Tragfähigkeit nur in der offenen Grube sicher beurteilt werden kann. Die Dokumentation erfolgt lückenlos nach DIN EN ISO 22475-1 und fließt direkt in den geotechnischen Bericht ein.
Eine Schürfgrube in Ulm zeigt in 20 Minuten, was ein Bohrkerndurchmesser von 10 cm nie preisgeben kann – den wahren Kluftverband im Karst.
Ablauf und Umfang
Wenn der Bagger am Rand des Donaubeckens ansetzt, kommt ein Löffel mit glatter Schneide zum Einsatz, der die Grubenwand nicht verschmiert. In Ulm arbeiten wir meist mit einer Baggerschaufel von 60 bis 120 cm Breite, je nach Tiefe und Platzverhältnissen auf dem Grundstück. Die Tiefe erreicht im Lösslehm der Ulmer Talhänge problemlos 3,5 m; im ausgelaugten Malmkarst ist bei 2,8 m oft Schluss, weil der Fels zu massiv wird. Während des Aushubs entnimmt der Techniker gestörte Proben aus jedem Schichtwechsel und bereitet ungestörte Proben direkt aus der Sohle vor. Die Grubenwand wird abgestochen, gereinigt und im Streiflicht fotografiert. Parallel läuft die bodenmechanische Ansprache nach DIN EN ISO 14688, unterstützt durch schnelle Feldversuche: Taschenpenetrometer, Handflügelsonde und bei Bedarf ein Proctor-Versuch an der entnommenen Probe, um die Verdichtbarkeit des Aushubmaterials zu prüfen.
Standortspezifische Faktoren
Der Winter in Ulm bringt nicht nur Nebel von der Donau, sondern auch intensive Frost-Tau-Wechsel. Eine offene Schürfgrube, die man zwischen November und März ungesichert lässt, kann innerhalb einer Nacht aufweichen und die Grubenwände destabilisieren. Deshalb gilt bei uns die eiserne Regel: Aufschluss, Aufnahme, Verfüllung – alles am selben Tag. Im Karst der Alb besteht zusätzlich die Gefahr, dass eine angeschnittene Spalte plötzlich nachgibt. Die Baugrubensicherung nach DIN 4124 ist hier kein Formalismus, sondern eine existenzielle Notwendigkeit. Ein weiteres Ulmer Spezifikum ist die teilweise hohe Sulfatbelastung im Gipskeuper, die bei Wasserzutritt zu Quellhebungen führt. Unsere Schürfgruben helfen, diese Zonen früh zu identifizieren, bevor der Beton im Fundament reagiert.
Maßgebliche Normen
DIN EN ISO 22475-1: Geotechnische Erkundung und Untersuchung, DIN EN ISO 14688: Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden, DIN 4021: Baugrund – Aufschluss durch Schürfe und Bohrungen, DIN 4124: Baugruben und Gräben – Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten
Gängige Fragen
Was kostet eine Schürfgrube in Ulm?
Der Preis für eine maschinelle Schürfgrube in Ulm liegt typisch zwischen €430 und €720, abhängig von der Tiefe, der Zugänglichkeit des Geländes und dem Umfang der Probenahme. Im Preis enthalten sind die Anfahrt, der Bagger mit Fahrer, die komplette ingenieurtechnische Aufnahme nach DIN 4021 und die Verfüllung am selben Tag. Bei Karstverdacht mit erschwerten Bedingungen im Kalkfels kann der Aufwand im oberen Bereich liegen.
Bis zu welcher Tiefe kann eine Schürfgrube in Ulm ausgeführt werden?
In den Löss- und Lösslehmböden der Ulmer Talhänge erreichen wir mit einem mittelschweren Bagger sicher 3,5 m Tiefe. In den Hanglagen zum Hochsträß, wo der verwitterte Weißjura ansteht, ist meist bei 2,0 bis 2,8 m Schluss. Für tiefere Aufschlüsse im Fels kombinieren wir die Schürfgrube mit einer CPT-Sondierung oder einer Kernbohrung.
Muss die Grube am selben Tag verfüllt werden?
Ja, das ist aus Sicherheitsgründen und wegen der Ulmer Witterung zwingend. Besonders in den nebligen Herbst- und Wintermonaten kann eindringende Feuchtigkeit die Standsicherheit der Grubenwände rapide verschlechtern. Wir öffnen, dokumentieren und verfüllen jede Grube in einer Tagesschicht. Das Material wird lagenweise wieder eingebaut und mit der Baggerschaufel verdichtet.