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Geophysik in Ulm

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Die geophysikalische Erkundung des Baugrunds ist in Ulm und der umgebenden Region ein unverzichtbarer Bestandteil der Planungssicherheit. Diese Kategorie umfasst alle zerstörungsfreien Messverfahren, mit denen wir den Untergrund auf seine physikalischen Eigenschaften hin untersuchen, ohne in ihn einzudringen. Von der Bestimmung der Bodensteifigkeit über die Erkundung von Schichtgrenzen bis hin zur Detektion von Hohlräumen oder Grundwasserleitern – die Geophysik liefert die belastbare Datenbasis, die für eine wirtschaftliche und sichere Bauausführung erforderlich ist. Gerade in einer geologisch heterogenen Stadt wie Ulm, die auf den Ausläufern der Schwäbischen Alb und den Ablagerungen der Donau errichtet wurde, sind punktuelle Aufschlüsse wie Bohrungen allein oft nicht ausreichend, um ein vollständiges Modell des Untergrunds zu erstellen.

Die lokalen geologischen Bedingungen in Ulm sind von einer großen Variabilität geprägt. Der Untergrund wechselt auf kurzer Distanz zwischen den verkarsteten Karbonatgesteinen des Oberjuras (Massenkalke), den überlagernden tertiären und quartären Sedimenten der Iller-Lech-Platte und den holozänen Auenablagerungen der Donau und Iller. Diese Wechsellagerung birgt spezifische Risiken wie Erdfälle, Subrosionssenken und stark schwankende Tragfähigkeiten. Eine flächendeckende geophysikalische Untersuchung, beispielsweise mittels Seismischer Tomographie, kann hier die laterale Ausdehnung von Kalkverwitterungszonen oder die Tiefenlage des Felshorizonts zuverlässig abbilden und so das Baugrundrisiko erheblich minimieren.

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Die Anwendung geophysikalischer Methoden in Deutschland ist nicht nur eine Frage der technischen Sorgfalt, sondern wird auch durch normative Vorgaben forciert. Maßgeblich ist insbesondere die DIN 4020, die die geotechnischen Untersuchungen für bautechnische Zwecke regelt und die Notwendigkeit einer umfassenden Baugrunderkundung festschreibt. Für die spezifische Anwendung seismischer Verfahren ist die DIN EN ISO 22475-1 relevant. Ein zentraler Parameter für die Erdbebensicherheit ist die mittlere Scherwellengeschwindigkeit Vs30, deren Ermittlung nach DIN EN 1998-1 (Eurocode 8) im Rahmen der seismischen Gefährdungsanalyse gefordert wird. Hier kommt die MASW-Messung als Standardverfahren zum Einsatz, um den Baugrund in eine Baugrundklasse einzustufen und das Antwortspektrum für die Bauwerksbemessung korrekt zu bestimmen.

Die Bandbreite an Projekten, die eine geophysikalische Vorerkundung erfordern, ist groß. Im Hoch- und Ingenieurbau sind es vor allem Gründungen für Windkraftanlagen, Hochhäuser oder Brückenbauwerke, bei denen die Kenntnis der Steifigkeitsverhältnisse unerlässlich ist. Altlastenuntersuchungen und die Erkundung von Deponiekörpern profitieren enorm von der Elektrischen Widerstandsmessung, mit der sich Schadstofffahnen oder die Basisabdichtung zerstörungsfrei orten lassen. Im Wasserbau, etwa bei der Sanierung von Dämmen entlang der Donau, dient die Geophysik der Leckageortung. Auch die Archäologie in der geschichtsträchtigen Region um Ulm greift auf hochauflösende Bodenradar- und Geoelektrikverfahren zurück, bevor Bodeneingriffe erfolgen.

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Verfügbare Leistungen

MASW / VS30 (Scherwellengeschwindigkeit)

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Elektrische Widerstandsmessung / VES (Vertikale Elektrische Sondierung)

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Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion)

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Gängige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen direkten und indirekten Baugrundaufschlüssen?

Direkte Aufschlüsse wie Bohrungen oder Sondierungen liefern punktuelle Informationen über die anstehenden Schichten. Indirekte, geophysikalische Verfahren messen physikalische Parameter zerstörungsfrei und flächendeckend. Sie schließen die Lücken zwischen den Aufschlusspunkten, bilden laterale Inhomogenitäten ab und reduzieren so das Risiko, dass lokale Gefahrenstellen wie Erdfälle oder Rinnenstrukturen unentdeckt bleiben.

Welche geophysikalische Methode ist die richtige für mein Bauprojekt in Ulm?

Die Methodenwahl hängt von der konkreten Fragestellung ab. Für die Erkundung der Felsoberkante unter Lockersedimenten eignet sich die Seismische Refraktionstomographie. Soll die Baugrundsteifigkeit für Erdbebennachweise bestimmt werden, ist MASW das Mittel der Wahl. Zur Ortung von Grundwasser, Tonlinsen oder Altlasten kommt die Elektrische Widerstandsmessung zum Einsatz. Oft ist eine Kombination mehrerer Verfahren am zielführendsten.

Sind geophysikalische Untersuchungen in Deutschland verpflichtend?

Eine explizite gesetzliche Pflicht für bestimmte geophysikalische Verfahren gibt es nicht. Allerdings fordert die DIN 4020 eine umfassende und qualifizierte Baugrunderkundung, die mit den anerkannten Regeln der Technik durchzuführen ist. Für einen vollständigen Baugrundnachweis, besonders bei komplexen Verhältnissen oder hohen Sicherheitsanforderungen, ist die ergänzende Anwendung geophysikalischer Methoden daher oft normativ geboten und Stand der Technik.

Wie tief kann man mit geophysikalischen Verfahren den Untergrund erkunden?

Die Erkundungstiefe ist stark methoden- und untergrundabhängig. Seismische Verfahren können mit entsprechender Auslage und Energiequelle Tiefen von mehr als 50 Metern erreichen. Die elektrische Widerstandstomographie dringt mit großen Elektrodenabständen ebenfalls tief ein, wobei die Auflösung mit der Tiefe abnimmt. MASW-Messungen zur Vs30-Bestimmung zielen standardmäßig auf die oberen 30 Meter ab, können aber auch tiefere Schichten analysieren.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Ulm und Umgebung.

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