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Bodenverflüssigungsanalyse in Ulm – Normgerechte Bewertung nach DIN EN 1998-5

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Die Bewertung des Bodenverflüssigungspotenzials in Ulm erfordert eine sorgfältige Betrachtung der lokalen Untergrundverhältnisse. Nach DIN EN 1998-5 in Verbindung mit dem nationalen Anhang DIN EN 1998-5/NA ist für Bauwerke der Bedeutungskategorie III und IV in Erdbebenzone 1 ein Nachweis zu führen. Die quartären Talfüllungen der Donau und Iller bestehen aus locker gelagerten Sanden und Kiesen, die bei einem Bemessungserdbeben verflüssigungsgefährdet sein können. Mit 48,40° nördlicher Breite liegt Ulm zwar außerhalb der höchsten deutschen Erdbebenzonen, doch die Beckenlage und der hohe Grundwasserstand im Donauried erzeugen eine lokale Standortamplifikation, die eine Bodenverflüssigungsanalyse unverzichtbar macht – insbesondere für Infrastrukturprojekte entlang der B10 und B28. Unsere Methodik kombiniert Felduntersuchungen mit dem SPT-Bohrung nach DIN EN ISO 22476-3, um zyklische Spannungsverhältnisse direkt aus Schlagzahlen abzuleiten, und ergänzt dies bei Bedarf mit Korngrößenanalysen zur Überprüfung der Verflüssigungssuszeptibilität.

In Ulms Aueböden genügt oft schon ein Grundwasserstand von 1,50 m, um bei einem Bemessungserdbeben der Magnitude 6,2 Verflüssigungsphänomene auszulösen.

Ablauf und Umfang

Die geotechnische Entwicklung Ulms ist untrennbar mit der Donau und der Iller verbunden. Die historische Altstadt wuchs auf pleistozänen Schotterterrassen, während die neuzeitliche Expansion ins Blau- und Donautal vordrang – genau dorthin, wo holozäne Auenlehme und fluviatile Sande dominieren. Dieser Gegensatz prägt unsere tägliche Arbeit: Während die Hochterrassen standsicher sind, verlangen die tief liegenden Quartiere wie das Industriegebiet Donautal eine detaillierte Bodenverflüssigungsanalyse. Bei einem Grundwasserflurabstand von teils unter zwei Metern und locker gelagerten Mittelsanden mit einem SPT-Wert N₁(60) von weniger als 15 Schlägen ist die Gefahr von Porenwasserüberdrücken real. Wir setzen hier den CPT-Versuch nach DIN EN ISO 22476-1 ein, um ein kontinuierliches Profil des Spitzenwiderstands und der lokalen Mantelreibung zu erhalten. Die Klassifikation nach Robertson (2016) erlaubt dann eine schichtgenaue Identifikation verflüssigungsfähiger Horizonte. Zusätzlich fließen Ergebnisse aus Kompressionsversuchen und Scherwellengeschwindigkeiten ein, um den Faktor of Safety gegen Verflüssigung gemäß dem vereinfachten Verfahren nach Seed & Idriss (1971) zu berechnen.
Bodenverflüssigungsanalyse in Ulm – Normgerechte Bewertung nach DIN EN 1998-5
Technisches Referenzbild — Ulm

Standortspezifische Faktoren

Im Stadtgebiet Ulm setzen wir für die Bodenverflüssigungsanalyse schweres Bohrgerät auf Raupenfahrwerk ein, das die engen Zufahrten in den Gewerbegebieten passieren kann. Der entscheidende Faktor vor Ort ist die Tiefenlage des Grundwassers. In den Auebereichen entlang der Donau messen wir regelmäßig gespannte Grundwasserhorizonte, die bereits ab zwei Meter unter GOK anstehen. Ein Ignorieren dieser hydraulischen Randbedingung führt zu einer drastischen Unterschätzung des Porenwasserdruckverhältnisses ru und damit zu nicht-konservativen Ergebnissen. Kritisch sind besonders Altstandorte mit anthropogenen Auffüllungen – hier finden sich oft lose, wassergesättigte Sandlinsen aus der Nachkriegszeit, die in keiner Bohrakte verzeichnet sind. Wir empfehlen deshalb mindestens zwei Sondierungen pro Baukörper, um laterale Inhomogenitäten zu erfassen. Bei Hochbauprojekten mit Tiefgaragen in der Ulmer Weststadt kombinieren wir die Bodenverflüssigungsanalyse stets mit einer Setzungsberechnung nach dem Verfahren von Tokimatsu & Seed, um die zu erwartenden differentiellen Verformungen des Fundaments zu quantifizieren.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
BezugsnormDIN EN 1998-5:2010 + DIN EN 1998-5/NA:2021
FeldverfahrenSPT (DIN EN ISO 22476-3), CPTu (DIN EN ISO 22476-1)
LaborergänzungKorngrößenverteilung DIN EN ISO 17892-4, Plastizität DIN 18122
BemessungsmagnitudeMw = 5,5 bis 6,5 (DIN EN 1998-1/NA)
SicherheitsfaktorFS ≥ 1,25 (GK 2) / FS ≥ 1,10 (GK 3) gegen Verflüssigung
SetzungsprognosePost-Liquefaction Settlement nach Idriss & Boulanger (2008)
AkkreditierungDIN EN ISO/IEC 17025:2018 (DAkkS)

Verwandte Dienstleistungen

01

Felduntersuchungen & Sondierung

Durchführung von SPT-Bohrungen und CPTu-Sondierungen im Ulmer Stadtgebiet. Erfassung der Lagerungsdichte, des Spitzenwiderstands und des Porenwasserdrucks zur direkten Bewertung des Verflüssigungspotenzials nach dem Verfahren von Boulanger & Idriss (2014).

02

Laborversuche & Indexbestimmung

Siebanalyse, Sedimentationsversuch und Plastizitätsgrenzen nach DIN EN ISO 17892. Bestimmung des Feinanteils und der Ip-Werte, um die Suszeptibilität gemäß der chinesischen Kriterien (Seed et al.) zu klassifizieren.

03

Numerische Verflüssigungsanalyse

Berechnung des Sicherheitsfaktors gegen Verflüssigung für jede Bodenschicht. Ermittlung des Liquefaction Potential Index (LPI) und der zu erwartenden Setzungen, dargestellt in Profilschnitten für das Baugrundmodell.

04

Baugrundverbesserung & Beratung

Beratung zu Maßnahmen der Baugrundverbesserung bei verflüssigungsgefährdeten Böden, einschließlich Rütteldruckverdichtung und Rüttelstopfsäulen. Begleitung der Qualitätssicherung während der Ausführung.

Maßgebliche Normen

DIN EN 1998-5:2010 (Eurocode 8, Teil 5), DIN EN 1998-5/NA:2021 (Nationaler Anhang), DIN EN 1998-1/NA:2021 (Seismische Einwirkungen), DIN EN ISO 22476-3:2012 (SPT), DIN EN ISO 22476-1:2013 (CPTu), DIN EN ISO/IEC 17025:2018

Gängige Fragen

Ist eine Bodenverflüssigungsanalyse in Ulm für jedes Bauvorhaben Pflicht?

Nicht für jedes. Nach DIN EN 1998-1/NA liegt Ulm in der Erdbebenzone 1 (Referenzspitzenbeschleunigung agr = 0,4 m/s²). Ein Verflüssigungsnachweis ist erforderlich, wenn lockere, wassergesättigte Sande unter dem Grundwasserspiegel anstehen und das Bauwerk in die Bedeutungskategorie III oder IV fällt. Für Einfamilienhäuser auf den Hochterrassen entfällt dieser Nachweis meist, während er für Mehrfamilienhäuser und Gewerbebauten im Donautal zur Standarduntersuchung gehört.

Welche Bodenarten im Ulmer Raum gelten als verflüssigungsgefährdet?

Vor allem die holozänen Flusssande und siltigen Sande der Donau- und Illeraue. Diese sind oft gleichkörnig (Ungleichförmigkeitszahl Cu < 3) und haben einen geringen Feinanteil unter 15 %. Auch die sandigen Kiese der Niederterrasse können bei hohem Porenwasseranteil verflüssigen, wenn die Matrix locker gelagert ist. Reine Tone und die verwitterten Molassesedimente des Ulmer Untergrunds sind dagegen nicht verflüssigungsgefährdet.

Mit welchen Kosten muss man für eine Bodenverflüssigungsanalyse in Ulm rechnen?

Für eine normgerechte Bodenverflüssigungsanalyse mit zwei SPT-Bohrungen und einer CPTu-Sondierung, inklusive Laborversuchen und Geotechnischem Bericht, liegt der Aufwand im Raum Ulm üblicherweise zwischen 2.530 € und 3.260 €. Der genaue Betrag hängt von der Tiefenlage der verflüssigungsfähigen Schichten, der Anzahl der Sondierpunkte und dem Umfang der erforderlichen Laborversuche ab.

Welches Bohrverfahren wird in Ulm für die Probenahme bei Verflüssigungsanalysen eingesetzt?

Wir verwenden den Standard Penetration Test (SPT) nach DIN EN ISO 22476-3 mit einer schweren Rammsonde. Die Probenahme erfolgt mit einem geteilten Zylinder von 50 mm Außendurchmesser. In den Donauauen setzen wir zusätzlich eine Drucksonde (CPTu) ein, um den Porenwasserdruck kontinuierlich zu messen. Bei tief liegenden Sanden unter Auelehm kombinieren wir beides mit einer Kernbohrung zur Gewinnung ungestörter Proben für zyklische Triaxialversuche.

Was ist der LPI-Wert und wie wird er in der Ulmer Praxis genutzt?

Der Liquefaction Potential Index (LPI) integriert den Sicherheitsfaktor über die Tiefe und gewichtet verflüssigungsfähige Schichten nach ihrer Mächtigkeit und Tiefenlage. In Ulm nutzen wir den LPI, um Baugrundstücke zu klassifizieren: Ein LPI von 0 bedeutet kein Risiko, Werte über 15 signalisieren ein hohes Risiko mit voraussichtlichen Oberflächenmanifestationen. Für die Bebauungsplanung im Donautal erstellen wir LPI-Karten, die der Stadtverwaltung als Entscheidungsgrundlage für Auflagen zur Baugrundverbesserung dienen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Ulm und Umgebung.

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