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Plattengründungsbemessung in Ulm: Tragfähigkeit auf Jura-Kalk und Donau-Schotter

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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In Ulm sehen wir immer wieder, dass die Baugrundverhältnisse selbst auf kurzer Distanz stark wechseln. Ein Kollege hat neulich ein Projekt am Eselsberg, wo der anstehende Weißjura-Kalk schon nach eineinhalb Metern ansteht, während das Nachbargrundstück in der Donau-Niederung mit sechs Metern Auelehm kämpft. Genau hier setzt unsere Plattengründungsbemessung an: Wir rechnen nicht mit Tabellenwerten, sondern mit den tatsächlichen Kennziffern aus dem Feld. Bevor eine Bodenplatte dimensioniert wird, klären wir über eine Sondierung mit SPT die Lagerungsdichte der rolligen Schichten oder schauen uns mit Schürfgruben den Verwitterungsgrad des Kalksteins an. So entsteht ein Bettungsmodul, das zur lokalen Geologie passt und nicht nur zur Norm.

Eine wirtschaftliche Bodenplatte in Ulm braucht mehr als den Standard-Bettungsmodul – sie braucht ein Setzungsbild, das die lokale Geologie der Donau-Terrassen abbildet.

Ablauf und Umfang

Erst letzte Woche hatten wir einen Fall in der Weststadt: Ein Wohngebäude mit Tiefgarage, geplant auf einer elastisch gebetteten Platte. Die ersten Bohrungen zeigten unter dem Auelehm eine Kiesschicht, aber die Mächtigkeit schwankte zwischen 0,8 und 2,3 Metern. Für die Plattengründungsbemessung bedeutet das, dass wir mit einem variablen Steifemodul arbeiten müssen, sonst kippt die Platte in den weicheren Bereichen ab. Unser Ansatz ist dann, die Setzungsmulde mit einem FEM-Programm zu simulieren und die Bewehrung punktuell zu verstärken. In solchen Fällen kombinieren wir die Ergebnisse gern mit einer Korngrößenanalyse der Schotter, um den Reibungswinkel genauer abzuschätzen. Die Platte wird so bemessen, dass die Verformungsunterschiede innerhalb der zulässigen Winkelverdrehung nach DIN 4019 bleiben.
Plattengründungsbemessung in Ulm: Tragfähigkeit auf Jura-Kalk und Donau-Schotter
Technisches Referenzbild — Ulm

Standortspezifische Faktoren

Die größte geotechnische Herausforderung in Ulm ist die Verkarstung des Weißjura-Kalksteins. Im Oberjura, der die Hochflächen um die Stadt herum prägt, können Hohlräume und Dolinen auftreten, die unter einer konventionellen Plattengründungsbemessung unentdeckt bleiben. Ein plötzlicher Erdfall unter einer lastverteilenden Bodenplatte führt zu Spannungsspitzen, die kein Bewehrungskorb auffangen kann. Wir empfehlen in solchen Verdachtszonen immer eine ergänzende geophysikalische Untersuchung, bevor die Platte bemessen wird. Ein zweites Risiko sind die organischen Einlagerungen in den Donau-Auen: Torflinsen unter einer starren Platte kriechen über Jahre und erzeugen Zwangsschnittgrößen, die in der linearen Berechnung nicht abgebildet werden. Hier hilft nur eine wirklichkeitsnahe Modellierung mit Kriechparametern aus dem Labor.

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Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
BemessungsnormEC 7 (DIN EN 1997-1:2014) mit DIN 1054:2021
BettungsmodulverfahrenElastische Bettung, Steifemodulverfahren
SetzungsberechnungFEM-gestützt oder analytisch nach DIN 4019
Typische Plattendicken in Ulm25–50 cm (Wohnungsbau), 50–80 cm (Industrie)
BewehrungsnachweisEC 2 (DIN EN 1992-1-1) inkl. Rissbreitenbegrenzung
BaugrundrisikoErdfallgefährdung in Karstgebieten (Weißjura)
GrundwasserBerücksichtigung Auftrieb und Bauwerksabdichtung nach DIN 18533

Verwandte Dienstleistungen

01

Setzungs- und Bettungsmodulermittlung

Wir berechnen die zu erwartenden Setzungen und Verkantungen der Bodenplatte auf Basis der Steifemoduln aus Drucksondierungen oder Laborversuchen. Die Ausgabe erfolgt als Bettungsmodul-Verteilung für die FEM-Software des Tragwerkplaners.

02

Bemessung gegen Erdfall und Karsthohlräume

In den Kalkstein-Gebieten Ulms prüfen wir die Plattengründungsbemessung auf den Lastfall Erdfall. Dazu gehört die Festlegung von Sicherheitsabständen zu bekannten Dolinen und die Dimensionierung einer bewehrten Überbrückungswirkung der Platte.

Maßgebliche Normen

DIN EN 1997-1:2014 (Eurocode 7 – Geotechnische Bemessung), DIN 1054:2021 (Baugrund – Sicherheitsnachweise), DIN 4019:2015 (Setzungsberechnungen), DIN EN 1992-1-1 (Eurocode 2 – Stahlbetonbau)

Gängige Fragen

Was kostet eine Plattengründungsbemessung für ein Einfamilienhaus in Ulm?

Für ein typisches Einfamilienhaus in Ulm bewegen sich die Honorare für die Plattengründungsbemessung zwischen €820 und €3.430, abhängig vom Erkundungsumfang und der Komplexität des Baugrunds. Ein einfacher Nachweis auf Donau-Schotter mit vorhandenen Bohrprofilen liegt am unteren Ende. Aufwändiger wird es, wenn wir Karst-Hohlräume im Weißjura modellieren oder eine FEM-Simulation mit variablen Bettungsmoduln fahren müssen.

Warum reicht ein pauschaler Bettungsmodul für die Bodenplatte in Ulm oft nicht aus?

In Ulm wechseln die Böden auf engstem Raum: Hochflächen mit Kalkstein, Hänge mit Hangschutt und die Talebene mit Auelehm und Schotter. Ein einheitlicher Bettungsmodul verschmiert diese Unterschiede und kann zu ungleichmäßigen Setzungen führen. Wir rechnen deshalb mit einer ortsabhängigen Bettung, die die Steifigkeit der einzelnen Schichten direkt unter der Plattengeometrie abbildet.

Bieten Sie auch die Bewehrungsplanung für die Bodenplatte an?

Ja, die Bewehrungsführung ist Teil unserer Bemessung. Wir legen die statisch erforderliche Bewehrung nach EC 2 fest und berücksichtigen dabei Zwangbeanspruchungen aus Hydratation und Schwinden. Die Pläne erstellen wir als Bewehrungszeichnungen, die der Tragwerksplaner direkt in seine Ausführungsplanung übernehmen kann.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Ulm und seinem Großraum.

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